Frank's spot

online diary of a changing life

Das Leben wird bestimmt von Augenblicken. In einem Augenblick voller Freude beginnt unser Leben, und in eben einem Solchen verlassen wir diese Welt wieder. Und dazwischen liegen Millionen solcher, mal wunderbare, mal traurige, Augenblicke. Bloss sind wir Menschen meist viel zu sehr mit Nichtigkeiten beschäftigt als dass wir diese Augenblicke bewusst wahr nehmen würden.

Wir vegetieren vor uns hin, sind damit beschäftigt besser zu sein als die Konkurrenten, mehr zu verdienen als die Kollegen, grössere Autos zu fahren als unsere Nachbarn, weiter weg in Urlaub zu fliegen als die Freunde. Nur das Wesentliche im Leben bleibt uns verborgen.

Wann haben Sie sich das letzte Mal am Duft einer Blume erfreut, oder in den Morgenstunden beim Joggen dem fröhlichen Gesang der Vögel gelauscht! Haben Sie schon jemals mit einem Kunden am Telefon gescherzt und gelacht, und ihm danach fröhlich einen guten Tag gewünscht!

Dies sind wundervolle Augenblicke die das Leben bereichern und der armen geplagten Seele gut tun. Ich geniesse diese Momente mehr und mehr. Ich lerne jeden Tag wieder auch mal auszuharren und das Leben einfach so zu nehmen wie es ist, nämlich als eine Ansammlung wundervoller Augenblicke.

Manche nennen es Midlife Crisis, ich nenne es Lebenswandel. Seit ein paar Monaten denke ich vermehrt über mein Leben nach, über das was war, was ist und was kommen mag. Dabei habe ich festgestellt dass ich auf der Stelle trete. Es gibt nichts Neues mehr, nicht viel wo man morgens sagt: Dafür lohnt es sich heute aufzustehen. Der gleiche Trott erwartet mich Tag für Tag, Woche für Woche, seit Jahren. Und dieser Zustand macht mich vermehrt unzufrieden.

Ich möchte nicht missverstanden werden. Ich habe eine wunderbare Familie die ich über alles liebe, und einen gutbezahlten Job der mir mein Leben finanziert. Aber dennoch werde ich das Gefühl nicht los dass etwas Wesentliches in meinem Leben fehlt.

So fing ich vor etwa einem halben Jahr an mir meine Gedanken darüber zu machen und mir eine ganz neue Lebensphilosophie auf zu bauen. Das Leben ist wie ein großer Teller auf dem die Lebenserfahrungen liegen. Dieser Teller steht (für mich) auf drei Pfeilern.

  1. Der Job
  2. Die Familie
  3. Die Selbstverwirklichung

Im Normalfall sind diese Pfeiler gleich lang, das heißt, sie haben die gleiche Bedeutung im Leben. Wenn jetzt einer der drei Pfeiler an Bedeutung gewinnt kommt alles aus der Waage und irgendwann kippt alles um, man wird unzufrieden. Daraufhin machte ich Inventur und stellte fest dass mein Teller nicht mehr im Lot ist.

Ich habe wohl einen Job der mir mein Leben finanziert, aber dieser Job ist nicht mein Leben. Darüber hinaus habe ich eine wunderbare Familie die ich über alles liebe! Aber manchmal überkommt mich das Gefühl dass ich in Pflichterfüllung ersticke und nur noch für andere da bin.

Fazit: Ich muss mehr nach mir selbst schauen. Der wichtigste Mensch in meinem Leben bin ich, und für genau diesen Menschen tue ich nichts. Das klingt jetzt egoistisch, und bis zu einem gewissen Punkt ist es das auch, aber wenn ich nur nach Anderen schaue werde ich unzufrieden, und das bekommen meine Mitmenschen durch meine Launen zu spüren, was wiederum zu Problemen im Job und in der Familie führen kann.

Also werde ich anfangen das zu tun was mir Spaß macht und meinen Lebensteller wieder ins Lot zu rücken. Aber dazu mehr demnächst auf dieser Plattform.